Iaido

 

 

Iaido ist ein Nebenzweig von Kendo, eine traditionelle japanische Kampfkunst. Obwohl im Kendo sein Ursprung im kämpfen durch die Benutzung eines echten Schwertes, heutzutage durch das Bambusschwert (Shinai) liegt, wird hingegen im Iai alleine mit einem echten Schwert oder einer Imitation geübt. Iai ist eine Art Selbstverteidigung, indem das Schwert blitzschnell gegen des Feindes plötzliche Attacke geführt wird. Die Bedeutung des Wortes Iai: „I“ steht für wo man sich befindet, also für: wo man steht, wo man geht und wo man rennt. „au“ bedeutet entsprechen, also auf solche Aktionen, welche rechtzeitig und schnell den Aktionen des Gegners reagiert werden sollte. In dieser Situation, wenn das Schwert aus dem Schaft gezogen wird, wird es Kendo genannt.

      

 

 beat und markus  
Beat Bähler, 5. Dan Iaido, 4. Dan Jodo
Markus Roth, 3. Dan Iaido, 3. Dan Jodo
 

      

      

Im Laufe der Zeit wurden viele Übungspraktiken entwickelt. Das Schwert musste in jeder Lage (stehend, sitzend, liegend, gehend) gezogen werden, Hindernisse mussten beachtet werden, und das Zurückstecken musste auch im Dunkeln reibungslos geschehen. Dem Übenden wurden Gegenstände entgegengeworfen, die er im Flug zerschneiden musste, in manchen Schulen wurde mit Pfeil und Bogen auf den Übenden geschossen. Die Techniken des IAI werden in KATA (Form) geübt. Alle KATA haben eine vierteilige Struktur: NUKI TSUKE, Herausziehen des Schwertes und Treffen des Gegners. KIRI TSUKE, der entscheidende Schnitt. CHIBURI, wegschleudern des Blutes und Lagekontrolle. NOTO, das Zurückstecken des Schwertes in die Scheide.

 

 

Im Ninjutsu entwickelte sich ebenfalls eine Absplitterung des Iai, die man „Shinobijitsu“ nennt. Weitere wichtige Schulen, die Iaijutsu unterrichten, sind folgende: Eishin Ryu, Itto Ryu, Hayashizaki Ryu, Hayashizaki Muso Ryu, Mizuno Shinto Ryu, Muso Jikiden Eishin Ryu, Muso Shinden Ryu, Nakamura Ryu, Shin Muso Hayashizaki Ryu, Omori Ryu, Tenshin Shoden Karori Shinto Ryu und Toyama Ryu Battojutsu. Der japanische Schwertkult ist in der Geschichte eine einmalige Erscheinung. Das Samurai-Schwert übertraf und übertrifft noch heute bei weitem an Vollkommenheit, Schönheit und Schärfe, die auf der ganzen Welt hergestellten Klingen. Die Fechtkunst wurde von den Samurais als Talisman sowie als Fetisch geschätzt und in Ehre gehalten. Der Klinge wird bis zu einem gewissen Mass ein okkultes Eigenleben zugeschrieben.

            

ninja
 
   

Die Kunst des Schwertfechtens bedeutete für den Samurai, welcher den Gesetzen des Bushido unterstand, die bedeutendste Manifestation des Zen. Das Schwert war für ihn Statuszeichen, Symbol seiner Ritterlehre und seiner Seele. Bis zum 16. Jahrhundert wurde die Kunst das Schwert zu führen ausschliesslich als Iaijutsu praktiziert. Zahlreiche Schulen lehrten ihre Techniken unter geheim gehaltenen Methoden. Iaijutsu wurde angewendet, wenn der Gegner unerwartet sein Schwert zog. Dabei war es lebensnotwendig, Techniken zu entwickeln, mit dem das eigene Schwert schneller gezogen werden konnte, um den ersten Schlag auszuführen. Die Techniken nach dem besagten ersten Schlag (Iai) gehören dann in das System des Kenjutsu. Zum Iaijutsu gehört dann wieder das korrekte Zurückstecken des Schwertes in einem Zug.