Heian Budo ist eine Vereinigung verschiedener Kampfkünste und Schulen, in denen diese Disziplinen praktiziert und unterrichtet werden. Wir folgen getreu den traditionellen Werten der Künste und praktizieren und unterrichten deshalb nach diesen Grundsätzen. Die Ursprünge liegen im Karate-Do Shotokai Murakami der Meister Shigeru Egami und Tetsuji Murakami. Soke Martin Wälchli ist der Gründer von Heian Budo und war lange Zeit Schüler von Shihan Murakami. Wir unterrichten die Künste Karate-Do, Kobudo, Ninjutsu, Taijiquan, Qigong, Aikido und Goshin Jutsu, Selbstverteidigung. Das Karate Dojo Bern als älteste Schule der Schweiz ist das Honbu Dojo, Zentral Dojo von Heian Budo.
    
    
       
Signet Heian Budo
        
    
   
   
   
Ninjutsu
  
Als Ninjutsu werden Kampfkünste bezeichnet, welche ihre Wurzeln in den Lehren der historischen Ninja-Schulen haben. Ninjutsu ist japanisch und bedeutet wörtlich übersetzt „die Kunst des Erduldens" und wird auch „Die Kunst des ausdauernden Herzens" genannt, weil Geduld, Ausdauer und Selbstdisziplin zu den entscheidenden Tugenden der Ninja gehörten. Ninjutsu ist ein sehr komplexes System von Selbstverteidigungs- und Kampftechniken, mit oder ohne Waffen.Die Grundlage aller Techniken bildet dabei das Taijutsu, der unbewaffnete Nahkampf. Es basiert auf natürlichen Körperbewegungen und Instinkten, wodurch auch körperlich stärkere Gegner besiegt werden können. Der Umgang mit Waffen basiert grundsätzlich auf dem Taijutsu.
  
  
Kobudo
  
Kobudo in etwa „alte Kriegskunst" bezeichnet die Kampfkunst mit den auf Okinawa entwickelten Waffentechniken. Häufig wurden diese Bauernwaffen aus Handwerkszeugen oder alltäglichen Gegenständen entwickelt wie dem Sai, eine Art Dreizack, dem Nunchaku, kurzer Dreschflegel, dem Bo, langer Stock, dem Kama, landwirtschaftlich genutzten Sicheln oder das Tonfa.Mit Sai und Nunchaku wehrten sich beispielsweise die Bauern gegen vagabundierende Samurai, Ronin und ebenso gegen die Willkür der japanischen Eroberer. Innerhalb des Kobudo kann man folgende Waffen üben: Nunchaku, Kama, Bo, Jo, Hanbo, Sai, Tonfa und natürlich auch Schwerttechniken und Verteidigungen dagegen mit klassischen Waffen.
    
  
Taijiquan
  
Taijiquan ist eine energetische Gymnastik die, durch bestimmte Bewegungen, zur Lösung der inneren Blockaden der Energie-Meridiane des Körpers führt. Die Praxis von Taijiquan gewährleistet einen guten Energiefluss und die Beseitigung von inneren Spannungen. Es ist eine Methode zur Erkennung und Kontrolle der Körperenergie. Taijiquan kann auch als therapeutische Disziplin betrachtet werden. 1988 erklärte die Weltgesundheitsorganisation OMS Taijiquan zur besten prophylaktischen gesundheitserhaltenden Methode. Die im Rahmen des Trainings praktizierten Übungen als auch die enthaltenen spezifischen Formen dienen hauptsächlich zur Vorbeugung und Heilung von Krankheiten. Die schnellsten Resultate werden am Knochen-, Muskel- und Atmungssystem erzielt. Taijiquan ist eine Kampfkunst und zugleich ein Tor zum inneren Ich. Durch die Praxis von Taijiquan, werden Spannungen, die im täglichen Leben angesammelt werden, beseitigt. Taijiquan dient zur Entspannung und zur Stärkung des Vertrauens der eigenen Kräfte. Wie jede andere Kampfkunst auch, führt die Praxis des Taijiquan zur Selbstkenntniss, Selbstkontrolle, inneren Ruhe und zum Lösen von den alltäglichen Problemen.
  
  
Qigong
    
Qigong bedeutet "Kultivierung der inneren Energie", chinesisch Qi, japanisch Ki und ist die Grundlage aller ostasiatischen Künste. Qigong ist von keiner einzigen ostasiatischen Kunst getrennt, die wir heute praktizieren. Ohne Qigong werden alle diese Künste zu blossen Formen und verlieren sich in Oberflächlichkeiten. Qi ist die Energie die nicht nur den Menschen, sondern auch alles andere durchströmt. Es ist der ursprüngliche Funke, der Leben entstehen lässt und erhält. Qi bewegt sich in Meridianen ähnlich wie durch Kanäle und durchflutet den ganzen Körper des Menschen. Das Qi folgt aber nur natürliche Bewegungen. Gong bedeutet üben oder kultivieren. Qigong ist ein Sammelbegriff für eine grosse Vielfalt von Bewegungs- und Meditations-Übungen. Qigong ist Übung des Qi, der inneren vitalen Energie des Menschen, gleich, ob es sich um Meditation oder Kampfkunst handelt.
  
  
Aikido 
    
Aikido ist eine Kampfkunst, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Morihei Ueshiba als Synthese verschiedener Aspekte unterschiedlicher Budo-Disziplinen, vor allem aber als Weiterentwicklung des Daito Ryu, Aiki Jūjutsu begründet wurde. Das Ziel beim Aikido ist zum einen, die Kraft eines gegnerischen Angriffs abzuleiten, Abwehr, und zum anderen, gleichzeitig dieselbe Kraft intelligent zu nutzen, um den Gegner vorübergehend angriffsunfähig zu machen, Absicherung, ohne ihn dabei schwer zu verletzen. Dies geschieht in der Regel durch Wurftechniken, nage waza und Haltetechniken, osae waza oder katame waza, die den Hauptteil der Aikido-Techniken ausmachen. Das Besondere im Aikido ist, dass keine offensiven Angriffstechniken, sondern nur Abwehr- und Sicherungstechniken und dadurch vermittelnd eine entsprechend defensive und verantwortungsbetonte geistige Haltung, gelehrt werden.
    
  
Iaido
  
Iaido, der „Weg des Schwertziehens" aus dem ursprünglichen Iai Jutsu entwickelte Konzentrationsschule, die heute in Japan als der eldeste Weg aller Praktiken des Budo angesehen wird. Iaido wird nicht als Sport ausgeübt. Die Techniken des Iaido sind inzwischen völlig von ihrem ehemals kriegerischen Ursprung abgelöst und werden nur als intellektuelle Disziplin für die Schulung des Geistes und der Konzentration geübt.
    
  
Karate-Do
    
Karate Jutsu bedeutet "Technik der leeren Hand" und Karate Do "Weg der leeren Hand". Der Begriff Karate setzt sich zusammen aus kara - leer und te - Hand. Die Silbe "Do" weist auf die geistigen Aspekte der Kampfkunst hin. Vorallem durch den okinawanischen Meister Gichin Funakoshi entstand die heute "moderne" Kampfkunst Karate-Do. Die Ideen von Funakoshi und damit die alten Traditionen wurden schliesslich durch seinen Nachfolger Meister Shigeru Egami weitergeführt und schliesslich durch seinen Freund Meister Tetsuji Murakami auch bereits 1957 nach Europa gebracht. Anfangs der Sechziger-Jahre fasst Karate-Do auch in der Schweiz fuss, namentlich zuerst in Genève dann in Sion und Bern. In der Praxis Karate-Do werden folgende Bereiche unterrichtet: Taiso - Gymnastik, Kihon - Grundschule, Kumite - Kampf, Kata - Formen. Daneben sind folgende Begriffe von zentraler Bedeutung: Keirei - Gruss- und Verhaltensformen, Shin - Geist, Kuatsu - Wiederbelebung, Tsubo - Vitalpunkte, Dojo - Übungsraum, Kimono - Kleidung, Ki - Lebensenergie. Karate Jutsu enthält Übung des Standes, Schlag- und Trittechniken, Verteidigungen mit den Händen und Füssen, Wurftechniken und auch Arbeit auf den Knien. Ebenso werden Konzentration, Rhythmus, Distanz zum Angreifer, und Kampfstrategie geschult.
    
  
Judo
    
Judo, sanfter Weg, ist eine japanische Kampfkunst, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben" beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand" ist. Der Begründer des Judo ist Professor Doktor Jigoro Kano. Die darauf basierenden Judo/Ju Jutsu-Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst, das heißt viele, ursprünglich noch zahlreich enthaltene, Waffen-, Tritt- und Schlagtechniken wurden entfernt, um aus einer Kunst bis dahin vorwiegend zur Selbstverteidigung, eine ganzheitliche Lehre für Körper und Geist zu machen. Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Halte- und Würgetechniken sowie Armhebel. Judo ist nicht ausschließlich ein Weg der Leibesertüchtigung, sondern darüber hinaus auch eine Philosophie zur Persönlichkeitsentwicklung. Zwei philosophische Grundprinzipien liegen dem Judo im Wesentlichen zugrunde:
Das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen, jita kyoei.
Der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist, sei ryoku zenyo.
Jigoro Kano, 1860-1938, wuchs in einem Japan der extremen Veränderungen auf. Er lernte Ju Jutsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo Ryu und der Kito Ryu. 1882 gründete Jigoro Kano seine eigene Schule das Kodokan, Ort zum Studium des Weges, in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio. Er nannte seine Kunst Judo - der sanfte Weg. Beim Judo befreite er die alten Ju Jutsu-Stile von gefährlichen Elementen. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert. Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren. 1911 wurde Judo an allen Mittelschulen in Japan Pflichtfach.
    
  
Ju Jutsu 
    
Ju Jutsu, weiche Kunst ist ein Sammelbegriff für bestimmte japanische waffenlose Kampfmethoden. Die Entwicklung des Ju Jutsu schreibt man den Bushi, Krieger in der Feudalzeit Japans zu. Diese Kriegerkaste, die Samurai, schufen eine Kunst zum Ringen in voller Rüstung mit dem Namen yoroi kumi uchi. In der Chronik der japanischen Nation, dem nihon shoki, werden öffentliche waffenlose Wettkämpfe, hikara-kurabe bereits im Jahre 230 erwähnt. Ju Jutsu wird in den alten japanischen Quelltexten auch unter den Namen taijutsu, yawara, kempo, kugusoku, kumi uchi und koshinomawan genannt. Anfangs wurde die waffenlose Selbstverteidigung als Teil des Trainings der Bushi neben Bogenschießen, Speer- und Schwertkampf, Reiten und Ettikette unterichtet.
Die Techniken einiger Ju Jutsu-Stile finden sich in entschärfter Form in neuen Kampfkunstarten wieder, zum Beispiel Aikido und Judo. Etwa um die Jahrhundertwende fand Ju Jutsu unter dem Namen Jiu Jitsu auch nach Europa, vorallem Deutschland und genoß eine Zeitlang eine gewisse Popularität. Das im Jahre 1978 in Deutschland aus Techniken des Karate-Do, Judo und Aikido neu erschaffene deutsche Ju Jutsu sollte mit den historischen Ju Jutsu-Stilen nicht verwechselt werden. Heutzutage ist "echtes" Ju Jutsu außerhalb Japans eher selten zu finden.
    
  
Jodo
    
Jodo ist eine alte japanische Kampfkunst mit dem Jo, einem Hartholzstock aus japanischer Eiche von 128 cm Länge, 4 Shaku, 2 Sun, 1 Bu und mit einem Durchmesser von 2.4 cm, 8 Bu. Der Jo wird im Jodo nicht wie sonst beim Stockfechten gegen einen anderen Stock, sondern ausschließlich zur Verteidigung gegen das japanische Schwert, Katana benutzt. Ein Katanaschnitt kann einen Jo gebrauchsuntauglich machen, aber kaum durchtrennen; umgekehrt ist ein geübter Jodoka imstande, mit einem Jo-Hieb ein Katana zu zerbrechen oder einen tödlichen Körpertreffer, etwa zur Schläfe oder zum Solarplexus zu führen. Im Training wird das Katana durch ein hölzernes Bokken simuliert.
    
  
Goshin Jutsu
    
Goshin Jutsu ist heute die Anwendung, Bunkai verschiedener Techniken aus verschiedenen Kampfkünsten. Dabei werden alle Techniken verwendet, die zu einer effizienten Selbstverteidigung beitragen. Goshin Jutsu ist in diesem Sinn eine reine Anwendung von Techniken. Eigentlich kann man alle möglichen Techniken aus den Künsten zur Selbstverteidigung einsetzen. In der Regel werden eben diejenigen benutzt, bei denen man das Gefühl hat, dass sie einfach und effizient zum genannten Zweck sind. Goshin Jutsu hat in der heutigen Zeit und Gesellschaft, vorallem im Westen, durch die hohe Kriminalität eine entsprechende Bedeutung erreicht.